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[ www.emperors-clothes.com/german/indexg.htm ] ========================================================= Ein Leser schreibt uns: EC irrt sich. Es gibt keine Unterstützung des Iran für die USA im Irak." Antwort von Jared Israel [6. April 2003] =========================================================
========================================================= Antwort von Jared Israel ========================================================= Sehr geehrter Herr Hillbut: Leider ist die Wahrheit etwas komplizierter. Ich kenne den Artikel von Herrn Seale in den Gulf News und zahlreiche ähnliche Artikel, so z.B. von Gwynne Dyer im Toronto Star mit dem Titel: Militante Schiiten fürchten, das nächste Angriffsziel zu sein" [2] Herr Dyer stimmt mit Ihnen überein. Er schreibt:
Als Beweis für ihre Behauptungen erklären die Kommentatoren, führende Politiker der USA und des Iran hätten in jüngster Zeit negative Aussagen über die jeweils andere Seite getroffen. Aber solche Aussagen können täuschen. Denn erstens richten sich diese Aussagen an ein jeweils unterschiedliches Publikum, und dieses *fordert und erwartet* wechselseitige Angriffe. Schließlich haben die USA und der Iran sich jahrelang mit negativen Stellungnahmen überschüttet. Man kann vielleicht sogar sagen, dass die Angriffe genau dann besonders heftig ausfallen, wenn der Iran und die USA gemeinsam an einem geheimen Projekt arbeiten. Vielleicht kann man das als Ablenkung bezeichnen, so wie die Mitglieder einer Bande von Taschendieben einen lauten Streit anfangen und dann, während die Umstehenden durch das Schauspiel abgelenkt sind, ihre Brieftaschen stehlen. In kommenden Artikeln werde ich zeigen, wie diese Zusammenarbeit in Bosnien funktionierte, als die USA in den frühen 90er Jahren die von Saudi-Arabien und dem Iran finanzierte Terrorkampagne in Bosnien koordinierten. Aber bleiben wir zunächst bei Ihrem Argument, wie es auch von Herrn Dyer, Starjournalist des Toronto Star und Autor und Produzent für BBC und CBC, präsentiert wird. Dyers Aussage zufolge zittern die radikalen Mullahs", die Armee und Außenpolitik" kontrollieren, da Präsident George Bush den Iran als Teil der von ihm so genannten Achse des Bösen" bezeichnet hat. Je mehr Probleme die USA also im Irak haben, desto besser für den Iran." Nett gesagt. Aber ist es auch wahr? Diese Frage ist von großer Bedeutung, denn wenn Dyer sich irrt, das heißt, wenn ich mit meiner Behauptung recht habe, dass der Iran diesen Krieg begrüßt und sich von diesem Krieg einen erheblichen Machtzuwachs versprechen darf; wenn also die Ajatollahs *vor Ort* tatsächlich konkrete Schritte zur Unterstützung der USA in diesem Krieg unternehmen, dann hätte das ganz erhebliche Implikationen und Konsequenzen. Vor allem diese: wenn die Iraner den USA helfen, muss es zwischen ihnen ein heimliches Einverständnis geben. Dieser und einige weitere Artikel werden zeigen, dass alles genau auf diese Schlussfolgerung hindeutet. Und das wiederum bedeutet, dass die gesamte Argumentation der USA, insofern sie eine *Schwächung* der terroristischen Kräfte anzustreben behauptet, in sich zusammenfällt. Denn was immer man vom US-Establishment oder von Saddam Hussein halten will, so ist doch klar, dass das iranische Regime einer der bedeutendsten Sponsoren von islamischem fundamentalistischem Terror ist. ========================================================= Die Fakten vor Ort zeigen, dass der Iran den USA bei ihrem Krieg helfen will. ========================================================= Den Agenturmeldungen nach zu urteilen (solche Berichte können natürlich falsch oder unvollständig sein) irrt sich Dyer gewaltig. In Wirklichkeit tut der Iran offenbar nicht wenig, um den USA zu helfen. Als Beispiel soll hier aus dem Australian zitiert werden. Der entscheidende Satz fällt in Abschnitt 4 (meine Hervorhebung) [3]
Erweckt dieser Bericht den Eindruck, die iranischen Mullahs, die laut Herrn Dyer das Militär kontrollieren, gäben sich große Mühe, den USA Probleme zu bereiten? In diesem Fall hätten die Iraner selbst überhaupt nicht *handeln* müssen, um die USA tatsächlich in erhebliche Schwierigkeiten zu bringen. Die iranische Küstenwache hätte die irakischen Selbstmordboote einfach übersehen können. Oder man hätte sie zu spät sehen und erst dann schießen können, als sie schon außer Reichweite waren. Oder man hätte sie verfehlen können. Wenn eines diese Schnellboote die HMAS Kanimbla - ein Transportschiff - getroffen hätte und eine große Anzahl australischer Soldaten getötet hätte, dann hätte das für die USA ein Desaster bedeutet. Außerdem hält der Artikel fest, dass australische Schiffe seit der Entdeckung von irakischen Schnellbooten voller Sprengstoff in Alarmbereitschaft versetzt worden sind". Seit der Entdeckung"? Aber diese Entdeckung" haben nicht die Australier gemacht. Sondern die Iraner. Die Australier hätten sonst ja überhaupt nichts von einem Grund für die Alarmbereitschaft erfahren, wenn das iranische Militär sie nicht über das teilweise misslungene Abfangmanöver und die Selbstmordboote verständigt hätte. Sieht es also nicht vielmehr so aus, als stünden die iranische und die australische Marine in engem Kontakt und als gäbe es eine Übereinkunft, der zufolge die Iraner diese ihnen gut bekannten Küstengewässer überwachen und somit australische Schiffe vor Selbstmordanschlägen bewahren würden? Ich konnte in den britischen und amerikanischen Medien keine Erwähnung dieses Ereignisses finden. Warum nicht? Warum haben die Medien uns verschwiegen, dass der Iran hier rettend eingegriffen hat - und das auf heroische Weise. (Schließlich ging es um Boote voller Sprengstoff mit Fahrern, die zum Selbstmord bereit waren...) Sogar The Australian spielt den Vorfall herunter. Anstatt auf Seite 1, wie es angebracht gewesen wäre, brachte er den Vorfall auf Seite 2. Und anstelle einer logischen Überschrift wie:
gaben sie dem Artikel den nichtssagenden Titel:
Und die bemerkenswerteste Nachricht, dass nämlich *der Iran* die Allianz vor einer Katastrophe bewahrt hatte, wird erst in Abschnitt vier erwähnt. Die meisten Menschen lesen von einem Artikel nur die Überschrift. Von den wenigen Menschen, die weiter lesen, erreichen die meisten nicht den vierten Absatz. Also hat nur eine kleine Minderheit innerhalb einer Minderheit etwas über die Rolle erfahren, die der Iran in diesem Zwischenfall spielte. Aber wenigstens *hat* der Australian über dieses bemerkenswerte Ereignis berichtet. Das ist mehr, als man vom Rest der englischsprachigen Medien behaupten kann. ========================================================= Die USA und der Iran zerstören gemeinsam einen ehemaligen iranischen Verbündeten ========================================================= Hier nun ein weiteres Beispiel. Nach der Australian Financial Review vom 31. März haben die USA und der Iran ihre Aktionen im Nordirak koordiniert. Dort hat der Iran Berichten zufolge einen alten Verbündeten aufgegeben, um sich besser beim Großen Satan einzuschmeicheln. [4]
Und schließlich wollen wir Ihnen den folgenden Brief nicht vorenthalten, den wir vor ein paar Tagen erhalten haben. Darin geht es um ein in einer deutschen linken Zeitung, der Jungen Welt, veröffentlichtes Interview. Es scheint, dass die Junge Welt, eine ehemals kommunistische Zeitung, aus ideologischen Gründen dazu neigt, den Iran als Bestandteil einer geschlossenen muslimischen Opposition gegen den Krieg darzustellen, obwohl das von ihnen selbst geführte Interview dagegen spricht. Aber urteilen Sie selbst, hier ist der Brief:
* * * Ich finde dieses Interview bemerkenswert. In der Vergangenheit haben die USA und der Iran darauf geachtet, immer extrem feindselig gegeneinander aufzutreten, auch (und *gerade*) wenn sie im Geheimen eng zusammenarbeiteten. Das gilt für die Iran-Contra-Affäre und für die US-iranische Zusammenarbeit in Bosnien: die öffentlichen Aussagen waren damals stets von Feindseligkeit geprägt. Das hat sich jetzt geändert, zumindest auf Seiten des Iran. Dabei muss man sich wieder ins Gedächtnis rufen, dass Mahmoud ein Vertreter der Organisation SCIRI ist, die, wie unser Leser zu Recht schreibt, von den iranischen Revolutionsgarden trainiert und finanziert wird, also von den iranischen Mullahs. Irren sich also Herr Dyer und andere schlich und einfach? Oder verbreiten sie bewusst Desinformation? Es scheint, dass zumindest eine Zeitung, und zwar die Washington Post, absichtlich gelogen hat, um den Lesern den Eindruck zu vermitteln, der Iran sei ein entschiedener Gegner der USA im Irak. Ich werde Beweise für diese Behauptung in einem der nächsten Artikel vorliegen, der entsprechend heißen wird: Lügt die Washington Post? Was steht hinter der angeblichen iranisch-amerikanischen Feindschaft" Jared Israel *** [Fußnoten nach dem Spendenaufruf] ====================================================== Ein Aufruf der Herausgeber ====================================================== Emperor's Clothes veröffentlicht Informationen und Analysen, die Sie in dieser Kombination sonst nirgendwo finden. Das Abonnement einer großen Zeitung, also z.B. der New York Times, könnte 500 $ (US) pro Jahr kosten, oder auch mehr. Was ist Ihnen Emperor's Clothes wert? Gegenwärtig müssen wir zuviel Zeit auf den Versuch verwenden, mit unzureichenden Mitteln unsere Kosten zu decken. Dadurch sinkt natürlich unsere Produktivität. Wenn Sie meinen, dass unsere Arbeit sinnvoll ist und dass Sie uns helfen können, nutzen Sie bitte die Möglichkeit, uns eine Spende zukommen zu lassen. Unsere Leser sind unsere einzige Einkommensquelle. Mit herzlichem Dank -- Jared
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Mr. Hillbut zitiert aus dem folgenden Artikel: [2] Toronto Star; April 4, 2003 Friday Ontario Edition; Section: Opinion; Pg. A25; Headline: Shia Militants; Await Their Turn; Byline: Gwynne Dyer [3] The Australian; March 28, 2003 Friday Tc Edition; Section: World; Pg. 2; Headline: Navy Frigates On Alert For Suicide Speedboats - War On Iraq: Day Eight; Source: Matp; Byline: John Kerin [4] Australian Financial Review; March 31, 2003 Monday; Section: News; International News; Pg. 11; Headline: Iran Comes In From The Cold; Byline: Nick Hordern. Des Kaisers Neue Kleider |
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