Die psychologischen Projektionen der NATO Ich
bin überzeugt, dass im Umgang des Westens mit der Kosovo-Krise versteckte
oder unterdrückte Faktoren wie Massenpsychosen, tief eingewurzelte kulturelle
Einstellungen und westlich expansionistische / missionarische Werte am
Werk waren, und wir würden gut daran tun, diese zu diskutieren. Steckt
zum Beispiel hinter dem von den USA geführten Westen eine latente, tief
verankerte autoritäre Ideologie, die die Weltherrschaft anstrebt, während
sie vorgibt, globale Demokratie, Partnerschaft und Multikulturalismus
zu schaffen? Benützt er die Krisen anderer unter dem Vorwand, ihnen zu
helfen? Wir bewundern den Sieger und Willensstarken, während wir den Abweichler, den Zauderer und Verlierer verachten. Integraler Bestandteil der Naziideologie ist der VORWAND, idealistisch für hohe moralische Ziele und gegen das Böse zu kämpfen, während in Wirklichkeit die eigene verbrecherische Sache verfolgt wird. Die Welt ist schwarz-weiß. Disziplin und Gehorsam werden belohnt; zu viele Fragen zu stellen wird bestraft. Nationalismus und Symbole wie Uniformen, Medaillen und Fahnen spielen eine große Rolle. Führer und führende Nation sehen sich selbst als Ausnahmen, als von Gott auserwähltes Volk, um das Paradies auf Erden zu schaffen. Persönliche Verantwortung heißt nicht fragen was richtig und falsch ist, sondern verantwortlich sein für die Durchführung der befohlenen Mission. Sprache wird benutzt, um still zu halten, sie ist überfrachtet mit Analogien, Klischees, Euphemismen, - und Nazismus ist grundsätzlich anti-intellektuell, simplifizierend, pseudo-wissenschaftlich. Besonders
wichtig ist, dass Aggression und Idealismus ineinander verschmelzen: Was
wir tun, tun wir zum Wohle der Menschheit, beurteilt UNS nicht wie ihr
SIE beurteilt, unsere Motive sind nobel, ihre schlecht auf
diese Weise lässt sich der Verbrecher als Held präsentieren. Konflikte
beinhalten oft Elemente der Projektion. Projektion heißt, anderen die
Dunklen Seiten zuzuschreiben, die wir in uns selbst finden
und fürchten. Könnte es sein, dass die westlichen Führer und Medien, als
sie Milosevic Hitler nannten, Furcht oder die unerfreuliche Einsicht signalisierten,
ihr eigenes Unterfangen könnte als hitleristisch gesehen werden,
d.h. dass sie wussten, dass ihre Politik zumindest einige autoritäre Züge
beinhaltete? Könnte es sein, dass sie den Vergleich mit den Juden brauchten,
wodurch sie allen Albanern die Rolle der unschuldigen Opfer und nicht
der an einem politisch-militärischen Konflikt Beteiligten zuweisen konnten
in Präsident Clintons wiederholten Aussagen waren sie ethnischen
Säuberungen ausgesetzt, nicht wegen begangener Taten, sondern ausschließlich
wegen ihrer Volkszugehörigkeit? Bereits minimale
Kenntnis der Geschichte sagt uns, dass ethnische Säuberung
nicht am Balkan erfunden wurde, sondern integraler Bestandteil westlichen
Verhaltens gegenüber anderen Kulturen die ganze Geschichte hindurch ist,
nicht zuletzt gegen die einheimische Bevölkerung der Indianer in den USA.
Ist es nicht auch klar, dass zum Beispiel die USA als nationalistische
Akteure auftreten, die nationale Interessen in der ganzen
Welt haben? Wann haben Sie eine Pressekonferenz des Außenministeriums
oder Präsident Clintons ohne die US-amerikanische Fahne gesehen, wie oft
haben amerikanische Führer ihr eigenes Land gepriesen, Demokratie, Freiheit,
Frieden, Stärke und Ehre, wie sie sie interpretieren: als hervorragendes,
auserwähltes Volk? Wie sollen wir mit falschen historischen Vergleichen
umgehen, die Serbien und Hitlerdeutschland auf eine Stufe stellen? TFF-Berater Dr. Johan Galtung von TRANSCEND schrieb kürzlich über das Verhalten des Westens in Kosovo: Die naheliegende Parallele, die einem einfällt und die auch Solschenizyn erwähnt, ist Hitlers Ausnützung des nationalen Konflikts zwischen Sudetendeutschen und Tschechen, der Druck auf die Tschechoslowakei (mit der Unterstützung Englands). Japans Überfall auf die Mandschurei 1931 45 und Italiens Überfall auf Äthiopien 1935 41 waren ebenfalls gegen den Kellogg-Briand-Pakt (Briand bekam den Friedensnobelpreis 1926, Kellogg 1929): 62 Staaten, unter ihnen alle größeren, hatten beschlossen, Krieg als politisches Mittel abzulehnen und alle internationalen Zwistigkeiten durch friedliche Maßnahmen zu schlichten. Ausgenommen waren Verteidigungskriege oder militärische Einsätze, die durch den Völkerbund, die Monroe-Doktrin oder Beistandsverpflichtungen gedeckt waren sehr ähnlich dem Artikel 2 (4) der UN-Charta, von Ausnahmen abgesehen. Die drei Diktaturen stellten sich über das Gesetz und der Völkerbund, beeindruckt von ihren Visionen einer Neuen Ordnung, wischte alle seine Resolutionen auf die Seite. Ihre Propaganda war so massiv wie die NATO-Propaganda mit ihren beleidigenden ´Entschuldigungen´ für ´Kollateralschäden´, die so offensichtlich von den Führern von Anfang an beabsichtigt waren. Zu dieser Zeit gab es allerdings noch kein Internet, das hilft. Aber die Macht
war auf der Seite derer ´über dem Gesetz´, über das sie sich selbst gestellt
hatten (das, was diese Diktaturen taten, bekam wahrscheinlich viel größere
Unterstützung als die schwindligen Aktionen der ´Demokratien´). Die Diktaturen
betrieben weiter, was sie begonnen hatten: den Zweiten Weltkrieg. Die
USA mit ihren NATO-Vasallen sind wahrscheinlich versucht, das gleiche
zu tun, beginnend mit Nordkorea und Kolumbien (?): die Neue Weltordnung
einzuführen. Zeit,
den Dritten Weltkrieg zu verhindern: Jetzt. Ort?
Überall. Durch die Aggression der NATO fühlten sich die Serben in ihrer Auffassung bestätigt, es existiere ein gegen sie gerichteter Plan. Als die Serben im Frühjahr dieses Jahres Grausamkeiten begingen, halfen sie damit dem Westen Politikern wie Medien sehr, den Gesetze wie Menschenrechte verletzenden Einsatz übermäßiger Gewalt zu rechtfertigen. So fanden sich letztlich alle in einem Teufelskreis mit dem Ergebnis ungeheuren menschlichen Leides - dort unten natürlich, nicht in der technisch übermächtigen NATO. Nazi-Ideologie fordert den Kampf gegen jene, die gleich stark sind (oder gleich stark zu werden drohen) und ähnlich die Schwächeren unterdrücken und vernichten. Kosovo war nicht nur ein Kampf gegen das unendlich schwächere Serbien. Es ging auch um den Kampf gegen potentiell starke Akteure: a) die Demütigung Russlands mit einer weiteren Expansion der NATO; b) eine Herausforderung Chinas (wenn wir zur Bombardierung der Botschaft die Spionage´skandale`, die Verweigerung des Beitritts zur WTO, Belehrungen über Menschenrechte und Demokratie, Taiwan, Tibet, Nuklearwaffen usw. rechnen, haben wir mehr als genug Zündstoff für Konflikte); c) Unterminierung der UNO als Weltorganisation und Friedenserhalter und d) Ausrottung sozioökonomischer Systeme, die sich nicht dem Druck der ´Globalisierung´ beugen oder sich sonst weigern, nach der Pfeife der Stärkeren zu tanzen. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks hat es kein System mehr zu geben, das sich der westlichen Weltordnung und globalen kapitalistischen Integration widersetzt.
The
Transnational Foundation for Peace and Future Research *** Weitere Artikel finden Sie (teilweise auch in deutscher Sprache) bei The Emperor´s New Clothes, indem Sie zu: http://www.emperors-clothes.com gehen. Sie sind eingeladen, diesen Artikel
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